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Faik Giese wurde in TRADERS´ 04/2012 interviewt. Er begann Mitte der 1990er Jahre mit dem Aktienhandel und arbeitete später erfolgreich bei einer Wertpapierhandelsbank. Zum Zeitpunkt des Interviews handelte er als systematischer Day- und Swing-Trader auf eigene Rechnung schwerpunktmäßig US-Aktien und ETFs sowie Optionen auf Aktien und Aktienindizes. Weiterhin arbeitete er zu dieser Zeit im Auftrag von Hedge-Fonds und Vermögensverwaltern an der Entwicklung, Programmierung und dem Testen von Handelsstrategien und bot diverse Ausbildungsprogramme an.

In diesem Review fassen wir kurz die interessantesten Punkte aus dem Interview zusammen: 

1)       Für systematische Trader macht es Sinn, auf mehreren Zeiteinheiten zu handeln. Dazu zählen Daytrading, Swing Trading und Positions-Trading. Außerdem sollten auf jeder Zeitebene mehrere Handelsstrategien kombiniert werden.

2)       Anleger können ein übergeordnetes Marktmodell einsetzen, um zu beurteilen, in welcher Phase sich der Markt gerade befindet. Da zum Beispiel mindestens drei von vier Aktien fallen, wenn sich ein marktbreiter Index wie der S&P 500 über mehrere Wochen in einer Abwärtsbewegung befindet, sollte man keine Aktien kaufen, wenn wir einen solchen Bärenmarkt haben.

3)       Zahlreiche Studien und Untersuchungen haben gezeigt, dass eine gute Titelselektion um ein Vielfaches wichtiger ist als ein möglichst präzises Timing der Ein- und Ausstiege.

4)       Bei kurzfristigen Strategien macht es aus Sicht des Risikos Sinn, Positionen nur dann über Nacht zu halten, wenn sie einen Buchgewinn aufweisen.

5)       Teilverkäufe oder ein gänzlicher Ausstieg sollten in Betracht gezogen werden, sobald der Trade das 3-Fache des eingegangenen Risikos verdient hat. In den ersten Monaten eines Bullenmarktes können mit verbleibenden Teilpositionen aber auch weitaus höhere Gewinne erzielt werden.

6)       Es ist schwierig, zu beurteilen, wann eine Strategie nicht mehr funktioniert. Spätestens dann, wenn das Doppelte des maximalen Drawdowns aus der (möglichst langen) Backtest-Periode erzielt wurde, sollte man den Handel aber einstellen.

7)       Es ist gut, wenn die diskretionäre Komponente beim systematischen Trading möglichst klein ist. Sobald man länger als ein paar Minuten nachdenken muss, um eine Trading-Gelegenheit zu beurteilen, wird es schwierig. Dann sollte weiter am systematischen Anteil der Entscheidungsfindung gearbeitet werden.

8)       Eines der größten Hindernisse für Trader ist es, sich nach einer Gewinnphase für „den Besten“ zu halten. Dann nämlich fehlt die Einsicht, dass selbst der beste Trader permanentes Training benötigt – ganz ähnlich wie ein Sportler permanentes Training benötigt, um seine Performance zu erhalten.

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